Das ist nicht mehr mein Deutschland!

Mein Vater musste im Alter von 16 Jahren im letzten Jahr des zweiten Weltkriegs an einer Flugabwehrkanone (Flak) Dienst schieben, um die Raffinerie Salzbergen, die es noch heute gibt, vor britischen Luftangriffen zu beschützen.

Ober das so wollte? Ich weiß es nicht. Darüber gesprochen haben wir bis zu seinem frühen Tod nicht. Seine verlorene Jugend war nie Thema. Und ich habe leider verpasst zu fragen. Sicher bin ich mir heute, dass seine schlaflosen Nächte auch mit Erinnerungen an die Bombennächte an der Flak zu tun haben.

Rechtsextremistische AfD

Heute erleben wir den ungebremsten Aufstieg einer Partei, die von Verfassungsschützern in großen Teilen als rechtsextremistisch eingestuft wird, die in vielem an die damalige NSDAP erinnert. Im Bundestag sitzen 151 Abgeordnete dieser AfD, die ihre Aufgabe vor allem darin sehen, Hass und Hetze zu verbreiten und ihrer Wählerschaft das Märchen erzählen, dass sie die so genannte „Alternative für Deutschland“ seien.

In Sachsen-Anhalt wird diese Partei im September 2026 vermutlich erstmals eine parlamentarische Mehrheit haben, erstmals eine Landesregierung stellen. Das legen zumindest aktuelle Umfragewerte nahe.

Nochmal: Zum ersten Mal seit 1933 könnte eine rechtsextremistische Partei wieder Regierungsverantwortung übernehmen.

Ich frage mich: Steuert Deutschland wieder auf eine Zeit zu, die es 1933 erstmals erlebte. Massen an Menschen, die einem Führer folgten und nicht verhinderten, dass Menschen ohne Grund umgebracht wurden und ein Volk in den Krieg zog?

Falls ja, ist das nicht mehr mein Deutschland!