Setzen 711.234 AfD-Wählende aus Sachsen-Anhalt Deutschland unter Druck?
Madgeburg – In Thüringen machten bei der Landtagswahl am 1. September 2024 exakt 396.711 Menschen auf dem Stimmzettel ein Kreuz bei der gesichert rechsextremistischen AfD. Das waren 32,8 Prozent von fast 1,67 Millionen Wahlberechtigten in dem ostdeutschen Bundesland.
Die Aufregung danach war groß, die tumultartige konstituierende Sitzung des Thüringer Landtags ging durch die Medien. Geändert am Wahlverhalten vieler deutscher Bürgerinnen und Bürger hat das aber nichts.
Im Gegenteil: Für die im September anstehende Landtagswahl in Sachsen-Anhalt prognostizieren Umfragen für die AfD aktuell einen Stimmenanteil von 41 Prozent. Unterstellt man den Menschen in Sachsen-Anhalt die gleiche Wahlbeteiligung wie 2025 bei der Wahl zum Bundestag, als exakt 1.734.719 Bügerinnen und Bürger unter rund 2,13 Millionen Wahlberechtigten an die Urne traten, dürften nach den Umfrageergebnissen im kommenden September 711.234 Stimmen der auch in Sachsen-Anhalt als gesichert rechtsextremistisch eingestuften AfD zugute kommen.
Was nun Sachsen-Anhalt?
Wollen wir uns weiter alle einig sein, dass diese Menschen nicht wissen, was sie tun? Verfassen wir weiter in unseren Accounts auf Sozialen Medien und Netzwerken entsetzte Posts darüber, wie schlimm es ist, dass offenbar viele Menschen aus der so genannten bürgerlichen Mitte eine rechtsextreme Partei wählen, angeblich aus Protest gegen die da in Berlin? Und hoffen wir weiter, dass diese verirrten Wählenden durch unsere Online-Aktivitäten zurück kommen, dass sie aus ihrer eigenen Online-Bubble heraustreten, dass sie vernünftig werden und wieder die Mitte wählen?
Bitte nicht auf diese Hoffnung setzen! Wir müssen raus aus unserer jeweiligen Online-Bubble, in der wir nur unter Gleichgesinnten leben. Wir müssen die Andersgesinnten draußen auf der Straße, bei Freunden und in Vereinen treffen, sie erkennen, ihnen zuhören und versuchen zu verstehen. Und da, wo Gegenrede möglich ist, müssen wir sie halten. Und da, wo es inakzeptabel wird, auch klar und deutlich Position beziehen.
Gegen die Macht der Algorithmen auf Insta, TikTok und Co. ist kein Kraut gewachsen. Hinter den rechten Kampagnen, die dort aggressiv gerade junge Menschen mit Lügen und falschen Versprechen anwerben, stecken hohe Geldsummen interessierter Kreise. Eindämmen lässt sich diese Flut nicht so schnell und einfach. Aber was uns niemand nehmen kann, ist das echte Gespräch mit Menschen, Face to Face.
Also raus, mit den Menschen sprechen und sie überzeugen, es wird Zeit!
Foto: Landtag Sachsen-Anhalt/Victoria Kühne